Petra Horváthová, 44, Bratislava. Siebzehn Jahre Sachbearbeitung, Einkauf und Auftragsabwicklung. Ich suche keine Vollzeitstelle, sondern einen, höchstens zwei Auftraggeber, bei denen ich vormittags fest eingeplant bin und die Arbeit nicht jeden Tag eine andere ist.
Gelernt habe ich Industriekauffrau, noch mit Berufsschule und richtiger Prüfung. Danach elf Jahre bei einem Zulieferer für Sitzbezüge mit Werk in der Westslowakei, in einer Gruppe von vier Leuten, die den kompletten Auftragseingang der deutschen Kunden abgewickelt hat. Anschließend sechs Jahre bei einem Maschinenbauer in der Nähe von Žilina, dort mehr Einkauf als Abwicklung, dazu die Stammdaten, um die sich sonst niemand kümmern wollte.
Mein Tag sieht ungefähr so aus. Posteingang durchgehen, Aufträge erfassen, Auftragsbestätigungen raus, Termine gegen die Verfügbarkeit prüfen. Vierzig bis sechzig Positionen am Tag sind normal, in der Woche vor Werksferien auch mal das Doppelte. Wenn ein Termin nicht zu halten ist, sage ich das am Tag, an dem ich es merke, und nicht am Liefertag. Das ist eigentlich der ganze Trick an diesem Beruf. Kunden ertragen eine Verspätung. Eine Überraschung ertragen sie nicht.
In SAP bin ich zu Hause, SD und MM. Kundenauftrag über VA01, Bestellung über ME21N, Lieferung, Wareneingang, Auswertungen ziehen und in Excel weiterverarbeiten. Offene-Posten-Listen, Terminlisten, Rückstandslisten. Das Modul, in dem ich nichts verloren habe, ist die Finanzbuchhaltung. Rechnungen sachlich prüfen und Differenzen klären, ja. Buchen, nein.
Einkauf heißt bei mir: Anfragen an drei Lieferanten, Preise, Lieferzeiten und Zahlungsbedingungen nebeneinanderlegen, Rahmenverträge abrufen, bestellen, Termine überwachen, nachfassen, mahnen. Bei dem Maschinenbauer standen rund 130 aktive Lieferanten auf meiner Liste, gut die Hälfte in Deutschland und Norditalien. Man kennt nach einer Weile die Leute in der Auftragsannahme, und das ist mehr wert als jede Eskalationsstufe. Ein Anruf bei einer Frau, mit der du seit sechs Jahren sprichst, bringt dir zwei Tage. Eine Mail an eine allgemeine Adresse bringt dir gar nichts.
Reklamationen macht keiner gern. Ich mache sie ruhig. Sachverhalt aufnehmen, Fotos und Chargennummer anfordern, Prüfbericht abwarten, dann Gutschrift, Ersatzlieferung oder Nacharbeit, Sperrlager buchen, Abschluss dokumentieren. Der Kunde will meistens gar nicht Recht bekommen, er will wissen, wann Ersatz da ist und wer ihn anruft, wenn sich etwas ändert. Zwei Sätze am Telefon ersparen zehn Mails.
Stammdaten sind langweilig, und genau deshalb macht sie kaum jemand ordentlich. Artikelstamm, Lieferantenstamm, Preislisten, Staffelpreise, Zahlungs- und Lieferbedingungen, Dispomerkmale. Ich habe einmal einen Artikelstamm mit knapp 4000 Positionen aufgeräumt, dreieinhalb Monate nebenher, Doubletten raus, Einheiten vereinheitlicht, tote Nummern gesperrt. Danach stimmten die Bestellvorschläge wieder, und die Disposition hat aufgehört, alles von Hand zu überschreiben.
Was mich ärgert, ehrlich gesagt: wenn jemand sagt, das sei doch nur Tippen. Ist es nicht. Und halbe Informationen. Wenn ich eine Bestellung anlegen soll, brauche ich Artikelnummer, Menge, Preis, Wunschtermin und Kostenstelle, nicht "mach mal so wie letztes Mal". Wenn ich dreimal nachfragen muss, dauert alles dreimal so lange, und am Ende heißt es, die Abwicklung sei langsam. Dasselbe mit Zuständigkeiten. Sag mir bitte am ersten Tag, wer eine Preisabweichung freigibt und ab welchem Betrag, dann muss ich niemanden suchen. So. Genug davon.
Nicht machen möchte ich: Buchhaltung, Lohn, Zollanmeldungen, Vertrieb, Kaltakquise. Und den englischen Schriftverkehr sollte jemand anderes führen. Mein Englisch reicht für eine Sendungsverfolgung und für ein kurzes Telefonat mit einem Spediteur, für eine Preisverhandlung reicht es nicht, und ich tue nicht so als ob.
Deutsch spreche ich seit der Schule, dazu kommen die Jahre am Telefon mit deutschen und österreichischen Kunden. Ich klinge nicht wie eine Deutsche, das hört man nach dem zweiten Satz. Verstehen tue ich alles, auch wenn jemand aus Schwaben schnell wird, und Geschäftsbriefe schreibe ich sauber, ohne dass jemand nachbessern muss. Slowakisch und Tschechisch sind meine Muttersprachen, Ungarisch geht ein bisschen.
Zeit: 20 Stunden pro Woche, Montag bis Freitag vormittags, meistens von acht bis zwölf. In dieser Zeit bin ich erreichbar, nicht irgendwann abends. 17 Euro die Stunde. Frei ab Mitte Oktober. Zwei Tage Einarbeitung am Anfang wären gut, gern auch mit einem Anruf pro Tag in der ersten Woche.
Technisch: eigener Rechner, zwei Bildschirme, ruhiges Zimmer, Glasfaser. Fernzugang über VPN ist kein Problem, ich habe früher parallel in zwei Systemen gearbeitet. Ein Telefon über eure Anlage lässt sich einrichten, das haben wir bisher immer hinbekommen.
Wenn du jemanden suchst, der die Aufträge still wegarbeitet und dich anruft, bevor etwas brennt, melde dich hier über die Plattform. Fragen zu eurem Ablauf beantworte ich vorher gern, dann sehen wir beide, ob es passt.
Die Stufe ist die Selbsteinschätzung. Ist sie von remowo geprüft, steht das Ergebnis unseres Gesprächs dabei.