KI und Automatisierung
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Ich baue Automatisierungen, also die unsichtbaren Dinge, die dafür sorgen, dass eine Bestellung nicht mehr von Hand in drei Systeme getippt wird. Sechs Jahre mache ich das jetzt, davor war ich zweieinhalb Jahre Entwickler bei einem Anbieter für Lagersoftware hier in Brünn, und genau dort habe ich gesehen, wie viel Arbeitszeit in Firmen dafür draufgeht, Daten von links nach rechts zu tragen. Eine Kollegin aus der Auftragsbearbeitung hat jeden Morgen vierzig Minuten damit verbracht, PDF-Bestellungen zu öffnen und die Positionen abzutippen. Das war der Moment, an dem ich gewechselt habe.
⚙️ Was bei mir auf dem Tisch landet
Meistens n8n, das ist mein Zuhause, ich betreibe es auch selbst gehostet, falls deine Daten das Haus nicht verlassen sollen, was bei deutschen Kunden oft der Fall ist und mir sehr recht ist. Make nehme ich, wenn ein Team hinterher selbst kleine Änderungen machen will, es ist bunter und leichter zu lesen, dafür an anderer Stelle enger. Wo es nicht anders geht, schreibe ich Python, vor allem wenn Daten wirklich verarbeitet werden müssen und nicht nur weitergereicht, also Tabellen zusammenführen, PDF auslesen, an eine Schnittstelle andocken, die sich nicht an übliche Regeln hält. Schnittstellen sind ohnehin der größte Teil meiner Arbeit: Warenwirtschaft, Shop, Buchhaltung, CRM, Postfach, Speicher. Was ich zuletzt gebaut habe, damit du eine Vorstellung bekommst: für einen Händler mit Ersatzteilen eine Strecke, die eingehende Bestellmails nach Lieferant sortiert, die Positionen ausliest, gegen den Bestand prüft und bei Abweichungen eine Aufgabe für einen Menschen anlegt statt selbst zu entscheiden, das läuft seit vierzehn Monaten und spart nach ihrer eigenen Rechnung etwa zwölf Stunden die Woche. Für eine Steuerkanzlei eine Ablage, die eingehende Belege benennt, einsortiert und den Mandanten automatisch nachfasst, wenn zum Stichtag etwas fehlt. Und für einen Hersteller eine Auswertung, die jeden Montag vier Datenquellen zusammenzieht und dem Chef eine Seite schickt, die er wirklich liest, weil sie kurz ist.
Bevor ich irgendetwas baue, schaue ich dir bei der Arbeit zu, ein bis zwei Stunden, Bildschirm geteilt, und du zeigst mir, wie der Vorgang heute läuft. Nicht wie er laufen soll, sondern wie er läuft, mit allen Sonderfällen, dem Kunden der immer per Fax bestellt und der Tabelle die eigentlich niemand mehr pflegen dürfte. Aus dieser Stunde kommen die meisten guten Ideen, und oft auch die Erkenntnis, dass zwei der fünf Schritte einfach wegfallen können, ohne dass jemand etwas programmieren muss. Das sage ich dann auch, obwohl es mein eigenes Geschäft kleiner macht.
🤖 Warum ich beim Thema KI leiser bin als die meisten
Ich verdiene mein Geld damit und trotzdem finde ich, dass momentan sehr viel Unsinn erzählt wird. Sprachmodelle sind stark, wenn es um Sprache geht: Texte zusammenfassen, sortieren, umformulieren, aus einer Mail die Bestellnummer holen, Anfragen in Kategorien einordnen. Sie sind schlecht darin, verlässlich zu rechnen und Entscheidungen zu treffen, bei denen Geld oder Haftung im Spiel ist. Deshalb baue ich Abläufe fast immer so, dass an der Stelle, wo es teuer werden könnte, ein Mensch zwei Sekunden draufschaut und auf einen Knopf drückt. Ein Freigabeschritt in Slack oder Teams kostet dich fast nichts und erspart dir den Tag, an dem zweihundert falsche Rechnungen rausgegangen sind. Was ich auch offen sage: wenn ein Vorgang dreimal im Monat vorkommt, dann automatisiere ich ihn nicht. Die Rechnung ist einfach, wenn ich acht Stunden baue und du sparst im Monat zwanzig Minuten, dann hat sich das in vier Jahren gelohnt, vorausgesetzt nichts ändert sich, und irgendetwas ändert sich immer. Automatisierung ist kein Denkmal, sie braucht Pflege, Schnittstellen werden abgeschaltet, Passwörter laufen ab, jemand benennt eine Spalte um.
Beim Prompt Engineering ist es ähnlich, das Wort klingt nach Zauberei, in Wahrheit ist es mühsame Kleinarbeit: ich schreibe eine Anweisung, lasse sie gegen fünfzig echte Fälle aus deinem Alltag laufen, schaue mir an, wo sie danebenliegt, schärfe nach, wiederhole das, und am Ende steht keine Magie, sondern eine Anweisung mit klaren Regeln, einer Liste erlaubter Antworten und einem Ausgang für den Fall dass das Modell unsicher ist, denn genau dieser Ausgang ist der Teil, den fast alle vergessen und der darüber entscheidet, ob du dem Ding im Alltag trauen kannst oder ob es dir alle drei Wochen eine Überraschung baut.
🧰 Zusammenarbeit
Ich dokumentiere, was ich baue, in einfachen Worten, mit einem Blatt pro Ablauf: was löst ihn aus, was passiert, wo bricht er ab, wen ruft man an. Alles gehört dir, die Zugänge laufen auf deine Konten, ich sitze nicht als Schlüsselmeister dazwischen. Was ich nicht mache: Websites bauen, Shops einrichten, Rechner und Netzwerke betreuen, und ich übernehme keine Verantwortung für Systeme, in die ich keinen Einblick bekomme. Dreißig Stunden die Woche sind frei, sechsundzwanzig Euro die Stunde, kleine Aufträge rechne ich gern als Paket ab damit du weißt woran du bist. Deutsch spreche ich gut, gelernt in der Schule und danach durch Arbeit mit Kunden aus Österreich, bei technischen Gesprächen fällt es mir leicht, bei Verträgen und Juristensprache lese ich lieber zweimal, Englisch ist bei mir klar stärker. Zeit habe ich ab sofort, die erste Stunde zum Anschauen berechne ich nicht.
Was diese Person kann
Sprachen
Die Stufe ist die Selbsteinschätzung. Ist sie von remowo geprüft, steht das Ergebnis unseres Gesprächs dabei.