Kreativ und Design
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Ich mache Layout seit ich zweiundzwanzig bin, und bis heute sehe ich zuerst das Bild und dann erst den Text. Wenn du mir eine Broschüre schickst, lese ich nicht als Erstes, was drinsteht, sondern ich schaue, wie die Seite atmet: wo die grauen Textblöcke liegen, ob die Ränder ruhig sind, ob die Überschrift oben klebt oder ob sie die Seite wirklich trägt. Acht Jahre geht das jetzt so. Fünf davon in einer Agentur hier in Porto, die vor allem für Möbel- und Küchenhersteller gearbeitet hat, also Kataloge, Preislisten, Messewände, alles was groß gedruckt wird und wo ein falscher Millimeter am Ende zweitausendmal falsch ist. Danach selbständig, mit gemischter Kundschaft aus Portugal, Spanien und immer mehr aus dem deutschsprachigen Raum. Über zwei Jahre hatte ich einen Onlinehändler für Gartenbedarf aus dem Rheinland, für den ich jeden Monat einen Katalog mit vierundsechzig Seiten gesetzt habe, dazu die kleineren Ableger für den Newsletter und die Bildzuschnitte für die Kategorieseiten. Das war die Zeit in der ich gelernt habe, wie deutsche Kunden Korrekturen schicken: genau, vollständig, meistens als PDF mit Kommentaren, Seite für Seite. Ich fand das sehr angenehm, weil man dann nichts raten muss. In Portugal kommt so etwas gern am Telefon und dann heißt es, mach es einfach schöner.
Mein Handwerkszeug ist InDesign, da bin ich zuhause wie in meiner eigenen Küche, ich arbeite mit festen Seitenvorlagen, Absatz- und Zeichenformaten und einer sauberen Ebenenstruktur, damit später jemand anderes die Datei aufmachen kann und nicht schreien muss. Illustrator nehme ich für alles, was aus Kurven besteht, also Signete, Piktogramme, Karten, technische Zeichnungen die man nachbauen muss weil die Originaldatei verschwunden ist. Figma ist bei mir der Ort für Bildschirmsachen und für die Abstimmung mit dir: ich lege dort Seiten an, du kommentierst direkt daneben, und wir müssen nicht zwanzig Dateien hin und her schicken. Canva mag ich persönlich nicht besonders, aber ich baue trotzdem gern darin, wenn dein Team hinterher selbst kleine Dinge ändern soll, also Einladungen, Social-Bilder, ein Aushang für die Werkstatt. Dann richte ich die Vorlagen so ein, dass man Text tauschen kann und die Gestaltung nicht kaputtgeht, mit gesperrten Elementen und festen Farbfeldern. Was ich brauche, damit das alles läuft: Logo als Vektor, deine Schriften oder wenigstens die Lizenz dafür, Bilder in ordentlicher Auflösung und den Text in einer einzigen Datei, nicht verteilt auf vier Mails und eine Sprachnachricht. Wenn es ein Druckstück wird, hätte ich gern früh den Kontakt zur Druckerei, weil jede Druckerei andere Vorstellungen von Anschnitt und Farbprofil hat und ich das lieber vorher weiß als hinterher.
Jetzt zu der Sache, die mich ehrlich gesagt jedes Mal ärgert. Wenn jemand schreibt, ist nur mal schnell, kannst du kurz eben. Nur mal schnell gibt es in meinem Beruf nicht. Eine Zeile mehr im Fließtext heißt, dass die Spalte überläuft, dass das Bild auf der nächsten Seite rutscht, dass die Bildunterschrift plötzlich allein steht und dass ich vier Seiten neu ausgleichen muss, damit es wieder aussieht wie gewollt. Das ist keine Beschwerde, das ist einfach die Arbeit, und ich mache sie gern. Ich möchte nur, dass du weißt was du bestellst, wenn du es bestellst. Deswegen sammle ich Änderungen am liebsten gebündelt, eine Runde, alles drin, und dann eine zweite Runde für die letzten Kleinigkeiten. Drei bis vier Runden mit je zwei Zeilen kosten uns beide mehr Zeit und dich mehr Geld, und ich bin gewohnt an enge Termine, aber nicht an Termine die sich jeden Tag verschieben.
Was ich nicht mache, sage ich lieber gleich: keine Websites bauen, ich gestalte sie, aber programmieren soll das jemand anderes. Keine Videos, keine bewegten Sachen, kein Ton. Kein Texten, ich bringe deinen Text zum Leuchten aber ich schreibe ihn nicht. Und keine Markenstrategie mit Workshops und großen Papieren, dafür gibt es Leute die das besser können als ich. Mein Deutsch ist gut genug für den Alltag, für Korrekturen, für ein Gespräch über Seitenränder und Termine, aber perfekt ist es nicht, und manchmal fehlt mir ein Wort und ich nehme das englische. Englisch ist bei mir deutlich stärker, wenn es kompliziert wird, wechsle ich gern dorthin. Schriftlich tue ich mich leichter als am Telefon, da brauche ich, dass du nicht zu schnell sprichst. Dialekt verstehe ich schlecht, das ist ehrlich gesagt mein größtes Problem, aber wir kommen klar, bisher ist es immer gegangen.
Zeitlich habe ich dreißig Stunden in der Woche frei, verteilt auf Montag bis Freitag, meistens zwischen neun und sechs nach eurer Uhr, eine Stunde Unterschied ist das nur. Mein Satz sind zweiundzwanzig Euro die Stunde, bei größeren Sachen wie einem Katalog schätze ich dir vorher einen Rahmen, und wenn es mehr wird sage ich es bevor es mehr wird, nicht danach. Anfangen kann ich sofort, im Moment ist Platz.
Was übrig bleibt
Eine gute Seite merkt man nicht. Man liest sie einfach zu Ende. Genau darauf arbeite ich hin, und wenn du mir eine alte Datei schickst und fragst was daran hakt, dann sage ich es dir auch ohne Auftrag.
Was diese Person kann
Sprachen
Die Stufe ist die Selbsteinschätzung. Ist sie von remowo geprüft, steht das Ergebnis unseres Gesprächs dabei.